Rhein: Gefahr bei Niedrigwasser

Nicht immer können unsere Neuigkeiten positiv sein. Gestern ist ein 85-jähriger Kajakfahrer in unserer Nähe bei einem Unfall auf dem Rhein gestorben. Die Regionalpresse hat berichtet. Diese Nachricht sollte uns Paddlern – und vor allem den Einsteigern – keine Angst machen. Doch sollten wir uns immer wieder bewusst machen, dass der Rhein ein gefährlicher Fluss ist, den man nie unterschätzen darf. Auch oder – wie es scheint – gerade nicht bei Niedrigwasser.

Der DKV war so freundlich, uns auf unserer Google+-Seite einen Artikel zu verlinken, der die speziellen Gefahren von Schifffahrtsstraßen bei Niedrigwasser beschreibt. Das Original kann man auf der DVK-Seite finden. Es lohnt sich ihn durchzulesen. Darin wird zum Beispiel erklärt, warum das Wasser manchmal einfach weg ist und weshalb es gerade bei diesem Pegel keine gute Idee wäre, nah an die Binnenschiffe heranzufahren.

Niedrigwasser auf vielen Schifffahrtsstraßen – Gefahrenstellen für Kanuten erhöhen sich

Viele Gewässer wie z.B. Rhein, Oder, Elbe oder Weser haben derzeit mit niedrigen Pegelständen zu kämpfen. Nicht nur die Berufsschifffahrt ist betroffen – auch für Kanuten können sich neue Hindernisse und Gefahrenstellen ergeben.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) hat bereits im Juli darauf hingewiesen, dass insbesondere im Norden und Osten Deutschlands in der ersten Jahreshälfte nur geringe Niederschläge fielen. Entsprechend zeigten die Oberflächengewässer in diesen Landesteilen niedrige Wasserstände und Abflüsse. Da hierdurch die Fahrrinnen eine geringere Tiefe haben, können Schiffe nur geringere Ladungen aufnehmen. Dies hat zur Folge, dass das Frachtaufkommen von mehr Schiffen bewältigt werden muss.

Gefahren für Kanuten

Die niedrigen Wasserstände bewirken neue Gefahren oder veränderte, bisweilen auch unterschätzte Sicherheitsrisiken. Beispielhaft stehen dafür:

  • die Verkleinerung der zur Verfügung stehenden Verkehrsfläche, damit ein Zusammendrängen des Verkehres auf manchen Flussabschnitten,
  • in einigen Abschnitten überhaupt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch mehr Schiffe, die durch die Verringerung der möglichen Zuladungen notwendigen Ladungen auf den Transportraum mehrerer Schiffe verteilen müssen,
  • die Großschifffahrt hat teils deutlich geringere Ausweichmöglichkeiten.

Hier ist die Aufmerksamkeit beim Queren von Fahrrinnen besonders zu erhöhen.

Der ungewohnt niedrige Wasserstand bewirkt des Weiteren:

  • veränderte Strömungsverhältnisse,
  • veränderte, teils unerwartete Wellenbildung an sonst unkritischen Stellen, ein verstärktes Auflaufen von Wellen, veränderte Verschneidungszonen sind möglich, insbesondere bei Schiffsvorbeifahrten,
  • Buhnen und andere Wasserhindernisse haben bei veränderten Wasserständen gleichsam ein anderes Strömungsverhalten als bei üblichen, bekannten Wasserständen,
  • die Sogwirkung aufgrund des „Verbrauches“ durch die Schiffsschrauben bei Vorbeifahrt eines Berufsschiffes kann deutlich stärker zu Tage treten, als bei größeren, normalen Durchflussmengen,
  • entsprechend kann die „Heckwelle“ nach Vorbeifahrten deutlich stärker ausgebildet sein – kritisch, wenn die Sogwirkung bewirkt hat, dass man kurz aufgrund des niedrigen Gesamtwasserstandes „auf dem Trockenen“ sitzt – die Heckwelle kommt bestimmt.,

Das bedeutet, dass ein vorausschauendes Fahren stärker gefragt ist und ein gesunder Abstand zu Hindernissen sowie Schiffen mehr denn je angebracht ist.

Außerdem können natürliche Hindernisse unterhalb der Wasserlinie nun bereits auch für Kanuten problematisch werden, gleichsam durch Unrat und Müll der zu Tage tritt. Erhöhte Kentergefahren oder die erhöhte Möglichkeit einer Bootsbeschädigung sind die Folge.

Desgleichen können:

  • Steganlagen auf dem Grund aufliegen oder gar nur im trockenen erreichbar sein, desgleichen kann im Bereich von Stegen liegender Müll (Glasflaschen usw.) eine weitere Gefahrenquelle für Verletzungen bedeuten und
  • besonders auf kleineren Flüssen kann das verringerte Gesamtwasserangebot dazu führen, dass Stellen unpassierbar werden oder erheblich verblockt sind, z.B. unter Brücken mit nunmehr freigelegten, breiten Pfeilerfüßen oder dergleichen.

Festes Schuhwerk mindert hier die Risiken. Eine besonderes sorgfältige Fahrtenplanung und Revierkenntnisse sind daher noch wichtiger als sonst! Allgemein soll man seine Aufmerksamkeit erhöhen und besonders vorausschauend fahren, gerade auch auf dem „Hausbach“.

Auch wer bei einer Pause Erfrischung am Wasser sucht, sollte ebenfalls sehr vorsichtig sein: vorbeifahrende Schiffe können selbst Erwachsene durch die Sogwirkung schnell erfassen und in die Strommitte ziehen. An vielen Gewässern wird deshalb ausdrücklich vor dem Schwimmen im Strom gewarnt.

Ganz zum Schluss: Vergessen Sie auch bei hohen Temperaturen nicht das Tragen von Schwimmwesten!

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