Slowenien im Juni 1979

Liebe Kinder, hier nun eine Geschichte aus dem vorigen Jahrhundert. Und wenn ihr lachen wolltet, bedenkt, wir sind das mit Polyesterbooten der Marke Prijon M 80 – immerhin um die   4 Meter lang! – gefahren. Der Bericht wurde aus einer Erinnerung geschrieben, die Fahrt war vor 34 Jahren. Bildmaterial und Beschreibung ist heute sicherlich anders.

Es war im Juni 1979, ein junger Paddler in der Blüte seines (Paddler) Lebens verweilte beruflich in München, und einer seiner Paddelfreunde kam zur Verbringung des gemeinsamen Paddelurlaubes nach München. Nur der Wettergott meinte es nicht gut mit uns, es war kalt und regnete, meint nur nicht, das wäre jetzt neu, mit dem verregneten Juni!!!

So fuhren wir dann erst mal zur Loisach, aber was wir da sahen, war ein Pegel von 220 cm, ein Meter mehr als normal, der „Übungsfluss“  wurde zum reißenden Wildbach; wenn es zu paddeln geht, dann muss man nur im Boot bleiben… Während des Umziehens wurde der Ruf nach Klopapier laut…Die Boote wurden mit einem mulmigen  Gefühl bestiegen, wie bissig sind die Walzen? Was ist wenns einen reinhaut, bloß im Boot bleiben…  Dann, keine Chance mehr, das Boot vom Ufer wegdrücken und schon  ging es  ab wie in einem Fahrstuhl, nur noch reagieren, durch die Löcher durch, Kopf schütteln, Richtung peilen und dann weiter. Es ging alles gut.

Die müden Helden haben dann Abends in der Wohnung noch eine selbstgemachte Pizza Inferno in den Ofen geschoben und manchen Becher Rotwein geleert. Dabei kam dann die Idee, es doch einmal in Slowenien zu versuchen, schlechter konnte es ja mit dem Wetter nicht mehr werden.

Und siehe da, in Slowenien war kein „Jugoslawien Krieg“ und mit dem Wetter standen wir auch nicht auf Kriegsfuß, und so installierten wir uns in BLED auf einem Campingplatz, dort konnte man sich morgens erst mal wach schwimmen, im See.

So planten wir als erstes, die Wocheiner Save zu befahren, was wir sahen war ein schöner, angenehmer Fluss. Nach dem Einsetzen eine Lustrolle im glasklaren und eiskalten Wasser, dann Flussabwärts. Aber wie schon so oft, täuscht das, eine Blockstelle erforderte unsere ganze Konzentration, denn ein Fehler, und es wäre die Stimme zu hören gewesen, die da sagt: (Aufrollen oder Aussteigen) Also, immer ran an die Felsen, mal runtergeschaut und dann in die Einfahrt und runter.

Dann kam er, der unterspülte Felsen, der schon viele Opfer gefordert hat. Wir beschlossen nach Besichtigung, das es links vorbei gehen müsste, und diesmal war mein Freund dran mit vorfahren. Er fährt an und auf einmal sehe ich, wie der Kerl sich ins Oberwasser legt, und mir ging der Popo auf Grundeis, wenn der jetzt in den Sack haut, vor dem Felsen. Das tat er auch, und bevor der Rettungssack zum Einsatz kam, hatte er eine perfekte Rolle hingelegt. Den Grund konnte ich aus seinen Flüchen heraushören, es war ein Rohr in den Fluss gerammt, mein Kumpel bevorzugte eine Rolle zu machen,“ bevor er aufgespießt wurde“. Ich trug dann lieber um.

Leider fehlt mir zum nächsten Fluss der Name, möchte Euch aber die Bilder nicht vorenthalten, denn so ist ein deutlicher Unterschied zu sehen zwischen Theorie und Praxis, es handelt sich um das Straßen S, der Name ist Programm, es ist von der Straße aus verdammt gut zu besichtigen. Joh joh, alles klar, dann fährst de so, dann so und schon biste unten…

Aber vom Wasser aus sieht das ganz anders aus, ich kam aus einem Loch und schon war es da, ein wenig zu weit links, die Nase des Bootes bleibt am Felsen hängen…wenn Du jetzt Oberwasser bekommst, schwimmst du da runter, und das wäre irgendwie mit ordentlichen Blessuren verbunden gewesen. Also, irgendwie  ins Unterwasser abstützen, oouuupps, da ist ja schon der Abgrund, egal, es muss gehen, und es ging, das Straßen S Rückwärts runter zu fahren, hat seinen Reiz.

Ja, es ging alles gut, der „Manastirka“, ein edler Slivovitz schmeckte während der ganzen Tour sehr gut, und das Essen war so gut, das wir wenig kochen mussten.

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Seaberg antwortete auf das Thema: #2 11 Aug 2018 23:50
schön... einfach toll ...

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