Wanderung auf dem Lieserpfad von Daun nach Wittlich

Vatertag 2013 galt es eine Herausforderung für mich zu meistern. Gemeinsam mit zwei Freunden wollten wir mal wieder auf Tour gehen. Dieses Jahr sollte gewandert werden. Da ich besonders gut zu Fuß bin hatte ich so meine Bedenken als der Tourvorschlag gemacht wurde.

Es sollte der Lieserpfad werden, eine schöne Streckenwanderung entlang der Lieser von Daun über Manderscheid nach Wittlich. Wir haben diese Wanderung auf zwei Tage aufgeteilt und nach der ersten Etappe in Manderscheid in der Jugendherberge übernachtet. Die erste Etappe führt vom Startpunkt in Daun immer entlang der Lieser bis nach Manderscheid. Dieser Abschnitt ist etwa 17km lang und  überwindet etwa 380 Höhenmeter.

Tourdaten der ersten Etappe:

Landschaftlich gesehen besteht der erste Teil dieser Etappe aus schönen breiten Wanderwegen durch den Wald entlang der Lieser. Zu Anfang kommt man am Gemündener Maar vorbei. Dort besteht die Möglichkeit der Einkehr im Cafee, da dies aber doch etwas früh ist folgten wir den schönen Wegen weiter bis zur Üdersdorfer Mühle. Hier genossen wir beim nun vorhanden Sonnenschein ersteinmal ausgiebig ein paar Bier.

Nach ausgiebiger Rast folgten wir ca. 150m der Landstrasse und bogen dann wieder nach rechts auf den Wanderweg ab. Der weitere Weg in Richtung Manderscheid wurde zunehmend schmaler mit einigen kurzen steilen Anstiegen um kurz vor Manderscheid dann richtig schmal und wunderschön zu werden. Hier tauchten dann auch ein paar schöne Schutzhütten und die Burgen von Manderscheid auf.

Nunja, in Manderscheid angekommen war ich dann doch froh die erste Etappe, zwar mit arg schmerzenden Füßen, aber immerhin überstanden zu haben. Wir suchten unser Nachtlager, die Jugendherberge Manderscheid auf. Für mich war das der erste Kontakt mit einer Jugendherberge seit ca. 25 Jahren und ich muss sagen ich war wirklich begeistert. Diese Jugendherberge hat schon fast Hotel Klasse. Alle Zimmer mit eigener Dusche und WC und auch ansonsten sauber, gut und Preiswert. Wir haben für unsere Übernachtung incl. Abendessen und Fühstück 30€ p.Person bezahlt. Wir können diese Jugendherberge jedem wärmstens Empfehlen.

Weitere Infos zur  > Jugendherberge <.

Den Abend ließen wir im Gemeinschaftsraum mit noch ein paar Litern Bier ausklingen und gegen 22:00 Uhr war dann auch die letzten Energien am Ende und es ging auf die Horizontale. Vor dem nächsten Tag hatte ich nun doch arge Bedenken, meine Beine wollten jetzt schon nicht mehr so richtig, die Füße schmerzten mächtig und auch sonst. Die kommende Etappe sollte ja nochmal 9 Km länger werden.

08:00 Frühstück!

Es gab, viel Kaffee, ein leckeres Fühstücksbuffet, Magnesium und reichlich Schmerzmittel. Wie zu erwarten war mein Bewegungsapperat wenig begeistert mein Körpergewicht so schnell wieder tragen zu müssen. Naja, mal sehen was der Tag so bringt. Sorgen machte mit etwas, das es auf dieser Etappe keine Möglichkeit abzubrechen gibt das die nächste Zivilisation doch ein gutes Stück abseits des Weges liegt. Wie sich später zeigte gab es die meiste Zeit nicht einmal Mobilfunkverbindung.

Hier die Daten der zweiten Etappe, sie ist etwa 27Km Lang und überwindet etwa 800 Höhenmeter.

Der weitere Weg führt ersteinmal ein kleines Stück durch Manderscheid und wird dann mit Blick auf die Burgen zu einem wirklich tollen Pfad entlang und hoch über der Lieser. Der Pfad ist teilweise so schmal das definitv gute Trittsicherheit erforderlich ist wenn man nicht nach einer unfreiwilligen und mit sicherheit mehr als schmerzhaften Rutschpartie ein kaltes Bad nehmen will. Auf diesem Abschnitt der Wanderung ist definitiv Kondition und Konzentration gefordert. In der nähe von Manderscheid führt der Pfad an einigen malerischen Schutzhütten vorbei. Je weiter man sich von Manderscheid entfernt umso verlassener ist die Landschaft. Entlang des Weges kommt man an schönen Wiesen, tollen Plätzen am Bach, schmalen Pfaden und mindestens drei extrem knackigen anstiegen vorbei.

Bilder? Mehr Bilder? Tja, leider habe ich keine weiteren Bilder, nachdem wir auf der zweiten Etappe die knackigen Anstiege gemeistert und die jeweiligen grandiosen Aussichten genossen hatten kam für mich so langsam der Punkt an dem nix mehr ging. Gehen ist ein gutes Stichwort, leider gings mit dem gehen so am KM 13 bei mir nicht mehr so richtig gut. Die Füße schmerzten wie die Hölle, die Zehen und die Ferse meldeten einsetzende Blasenbildung und die Kondition war quasi aufgebraucht. Ich musste mich leider von dem Punkt an mehr darauf Konzentrieren die Füße ordentlich voreinander zu setzten als die Landschaft zu bewundern. Etwa 10Km vor Wittlich kreuzt der Wanderweg eine Bundesstrasse mit Wanderparkplatz. Meine Hoffnung auf eine Bushaltestelle wurde allerdings gnadenlos ignoriert ;)

Nun also musste ich mich durch diese 10km dann noch durchbeissen. Nachdem ich meine Füße ersteinmal mit Blasenpflastern versorgt hatte konnten wir dann sozusagen zum Endspurt schreiten. Dieser bestand dann aus nocheinmal etwa 5km tollsten Weges und dann noch etwa 5km überflüssiger Waldautobahn bis Wittlich.

Angekommen in Wittlich wurde unsere Hoffnung nach einem schönen Biergarten dann enttäuscht. Auf durstige Wandertouristen ist man hier wohl nicht eingestellt. Und so waren wir froh als wir dann endlich im Bus zurück nach Daun saßen und mal eine Stunde nicht die Füße bewegen mussten.

Zu Hause angekommen gab es dann nur noch ein kurzes Programm. Essen, heiße Badewanne, Bett. Aber trotz aller Wehwehchen war das eine ganz tolle Tour, für alle die über genug Kondition verfügen sicher ein Erlebnis, und für die anderen auch, wenn auch anders.

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